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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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415
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Critik der teleologischen Urtheilökrast. 415

selben, auf eine oberste Ursache, als Gottheit, thut die-ses nicht bloß dadurch, daß es den physisch - teleologi-schen Beweisgrund ergänzt, und also diesen nothwendigzum Grunde legt; sondern es ist dazu auch für sichhinreichend, und treibt die Aufmerksamkeit auf die Zweckeder Natur, und die Nachforschung der hinter ihren For-men verborgen liegenden unbegreiflich großen Kunst, umden Ideen, die die reine practifche Vernunft Herbey-schaft, an den Naturzwecken beyläufige Bestätigung zugeben. Denn der Begrif von Weltwefen unter morali-schen Gesetzen ist ein Princip O xriori), wornach sich derMensch nothwendig beurtheilen muß. Daß ferner,wenn es überall eine absichtlich wirkende und auf einenZweck gerichtete Weltursache giebt, jenes moralische Ver-hältniß eben so nothwendig die Bedingung der Möglich-keit einer Schöpfung seyn müsse, als das nach physischenGesetzen (wenn nehmlich jene verständige Ursache aucheinen Endzweck hat): sieht die Vernunft, auch a xriori,als einen für sie zur teleologischen Beurtheilung der Exi-stenz der Dinge nothwendigen Grundsatz an. Nunkommt es nur darauf an: ob wir irgend einen für dieVernunft (es sey die speculative oder practifche) hin-reichenden Grund haben, der nach Zwecken handelndenobersten Ursache einen Endzweck beyziüegen. Denn,daß alsdann dieser, nach der subjectiven Beschaffenheitunserer'Vernunft, und selbst wie wir uns auch dieVernunft anderer Wesen nur immer denken mögen,