4?6 Zweyter Theil.
kein anderer als der Mensch unter moralischen
Gesetzen seyn könne: kann 2 priori für uns als gewißgelten; da hingegen die Zwecke der Natur in der physi-schen Ordnung 2 xriori gar nicht können erkannt, vor-nehmlich, daß eine Natur ohne solche nicht existirenkönne, auf keine Weise kann eingesehen werden.
Anmerkung.
Setzet einen Menschen In den Augenblicken der Stim.-mung seines Gemüths zur moralischen Empfindung. Wen»er sich, umgeben von einer schönen Natur, in einem ruhl-gen heilern Genusse seines Daseyns befindet, so fühlt er insich ein Bedürfniß, irgend jemand dafür dankbar zu seyn.Oder er sehe sich einandermal in derselben GemüchSverfas-suiig im Gedränge von Pflichten, den?n er nur durch frey,willige Aufopferung Genüge leisten kann und will; so fühlter in sich ein Bedürfniß, htemtt zugleich etwas BefohlneSausgerichtet und einem Oberherren gehorcht zu haben. Oderer habe sich etwa unbedachtsamer Weise wider seine Pflichtvergangen, wodurch er doch eben nicht Menschen verantwort-lich geworden ist; so werden die strengen Selbftverweise den-noch eine Sprache in ihm führen, als ob sie die Stimme et,nee Richters waren, dem er darüber Rechenschaft abzulegenhatte. Mit einem Worte: er bedarf einer moralischen In-telligenz, um für den Zweck, wozu er eristirt, ein Wesen zuhaben, welches diesem gemäß von ihm und der Welt die Ur-sache sey. Triebfedern hinter diesen Gefühlen herauszukün-steln, ist vergeblich; denn sie hangen unmittelbar mit derreinst?» moralischen Gesinnung zusammen, weil Dankbar,?eit, Gehorsam, und Demüthigung (Unterwerfung un,
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