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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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417
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Critik der teleologischen Urtheilökrast. 417

ter verdiente Züchtigung) besondere Gemüthsstimmungenzur Pflicht sind, und das zu Erweiterung setner moralischenGesinnung geneigte Gmiüch hier sich nur einen Gegenstandfreywillig denkt, der nicht in der Welt ist, um, wo möglich,auch gegen einen solchen seine Pflicht zu beweisen. Es istalso wenigstens möglich und auch der Grund dazu in mo,ralischer Denkunasart gelegen, ein reines moralisches Be,dürfniß der Existenz eines Wesens sich vorzustellen, unterwelchem entweder unsere Sittlichkeit mehr Stärke oder auch(wenigstens unserer Vorstellung nach) mchr Umfcmg, nehm,lich einen neuen Gegenstand für ihre Ausübung gewinnt;d. i. ein moralisch < gesetzgebendes Wesen außer der Welt,ohne alle Rücksicht auf theoretischen Beweis, noch wenigerauf selbstsüchtiges Interesse, aus reinem moralischen, vonallem fremden Einflüsse freyen (dabei freylich mir subjeeliven)Grunde, anzunehmen, auf bloße Anpreisung einer für sichallein gesetzgebenden reinen praclischen Vernunft. Und, ob,gleich eine solche Stimmung des Gemüths seilen vorkäme,oder auch nickt lange hastete, sondern flüchtig und ohnedauernde Wirkung, oder auch ohne einiges Nachdenken überden in einem solchen Schattenbilde vorgestellten Gegenstand,und ohne Bemühung ihn u»ler deutliche Begriffe zu brin,gen, vorüberginge: so ist doch der Grund dazu, die morali-sche Anlage in uns, als subjectives Princip sich in der Weltbe-trachtung mir ihrer Zweckmäßigkeit durch Naturursachen nichtzu begnügen, sondern ihr eine oberste nach moralischen Prin,etpien die Natur beherrschende Ursache unterzulegen, unvsr,kennbar. Wozu noch kommt, daß wir, nach einem all,gemeinen höchsten Zwecke zu streben, uns durch das morali,sche Gesetz gedrungen, uns aber doch und die gesammte Na,tur ihn zu erreichen unvermögend fühlen; daß wir, nur sofern wir darnach streben, dem Endzwecke einer verständigenRanrs Crir. d- Mrheilskr. D d