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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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430
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4zo . Zweyter Theil.

theoretischer Rücksicht problematisch; indeß der andereTheil, nehmlich die Sittlichkeit, in Ansehung deren wirvon der Naturmitwirkung frey sind, seiner Möglich-keit nach a priori fest steht und dogmatisch gewiß ist.Zur objectiven theoretischen Realität also des Begrifsvon dem Endzwecke vernünftiger Weltwesen wird erfor-dert, daß nicht allein wir einen uns a priori vorgefetztenEndzweck haben, fondern daß auch die Schöpfung, d. i.die Welt selbst, ihrer Existenz nach einen Endzweck habe:welches, wenn es g, priori bewiesen werden könnte, zursubjectiven Realität des Endzwecks die objective hinzu-thun würde. Denn, hat die Schöpfung überall einenEndzweck, so können wir ihn nicht anders denken, alsso, daß er mit dem moralifchen (der allein den Begrifvon einem Zwecke möglich macht) übereinstimmen müsse.Nun finden wir aber in der Welt zwar Zwecke: und diephysische Teleologie stellt sie in solchem Maaße dar, daß,wenn wir der Vernunft gemäß urtheilen, wir zum Prin-cip der Nachforschung der Natur zuletzt anzunehmenGrund haben, daß in der Natur gar nichts ohne Zwecksey; allein den Endzweck der Natur suchen wir in ihrselbst vergeblich. Dieser kann und muß daher, so wiedie Idee davon nur in der Vernunft liegt, selbst seinerobjectiven Möglichkeit nach, nur in vernünftigen Wesengesucht werden. Die ^praktische Vernunft der letzterenaber giebt diesen Endzweck nicht allein an, sondern be-stimmt auch diesen Begrif in Ansehung der Bedingn»-

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