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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
433
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Critik der theologischen Urtheilskrast. 4z z

Dieses ist nun noch nicht der Schluß von der mora-lischen Teleologic auf eine Theologie, d. i. auf das Da-seyn eines moralischen Welturhebers, sondern nur aufeinen Endzweck der Schöpfung, der auf diefe Art be-stimmt wird. Daß nun zu dieser Schöpfung, d. i. derExistenz der Dinge, gemäß einem Endzwecke, erstlichein verständiges, aber zwenrens nicht bloß (wie zu derMöglichkeit der Dinge der Natur, die wir als Zweckezu beurcheilen genöthiget waren) ein verstandiges, son-dern ein zugleich moralisches Wefen, als Welturhe-ber, mithin ein Gott, angenommen werden müsse: istein zweyter Schluß, welcher so beschaffen ist, daß mansieht, er sey bloß für die Urtheilskraft, nach Begriffender praktischen Vernunft, und, als ein solcher, für diereflectirende, nicht die bestimmende, Urthcilskraft ge-fallet. Denn wir können uns nicht anmaßen einzusehen:daß, ob zwar in uns die moralisch , practische Vernunftvon der technisch - praktischen ihren Principien nach we-sentlich unterschieden ist, in der obersten Weltursache,wenn sie als Intelligenz angenommen wird, es auch soseyn müsse, und eine besondere und verschiedene Artder Causaiitat derselben zum Endzwecke, als bloß zuZwecken der Natur, erforderlich fey; daß wir mithinan unserm Endzweck nicht bloß einen moralischenGnmd haben, einen Endzweck der Schöpfung (als

Wirkung), sondern auch ein moralisches Wesenals Urgrund der Schöpfung, anzunehmen. Wohl aberRaiirs Lrir, d. Urrheilskr. > Es