Critik der theologischen llrtheilskrast. 4^5
geit genörhiget ist» Die objective Realität der Idee von^Eott, als moralischen Wclturhcbcrs, kann nun zwarnicht durch physische Zwecke allein dargethan werden;gleichwohl aber, wenn ihr Erkenntniß mit dem desmoralischen verbunden wird, sind jene, vermöge derMaxime der reinen Vernunft, Einheit der Principien,so viel sich thun läßt, zu befolgen, von großer Bedeu-tung, um der practischen Realität jener Idee, durch die,welche sie in theoretischer Absicht für die Urtheilskrastbereit hat, zu Hülfe zu kommen.
Hiebey ist nun, Zu Verhütung eines leicht eintre-tenden Mißverständnisses, höchst nöthig anzumerken:daß wir erstlich diese Eigenschaften des höchsten Wesensnur nach der Analogie denken können. Denn wiewollten wir seine Narur, wovon uns die Ersahrnngnichts ähnliches zeigen kann, erforschen? Zweytens:daß wir es durch dasselbe auch nur denken, nicht dar-nach erkennen, und sie ihm etwa theoretisch beylegenkönnen; denn das wäre für die bestimmende Urtheils-kraft in fpeculativer Absicht unserer Vernunft, um, wasdie oberste Weltursache all sich sey, einzusehen. Hieraber ist es nur darum zu thun, welchen Begrif wiruns, nach der Beschaffenheit unserer Erkenntnißvermö-gen, von demselben zu machen, und ob wir seine Exi-stenz anzunehmen haben, um einem Zwecke, den unsreine practische Vernunft, ohne alle solche Voraus-setzung, a priori nach allen Kräften zu bewirken aufer-
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