Critik der theologischen Urtheilskraft. 44Z
uns nie Theosophie werden kann, die rationale Psy-chologie niemals Pnevmatologie als erweiterndeWissenschaft werden könne, so wie sie andrerseits auchgesichert ist, in keinen Materialien; zu verfallen;sondern daß sie vielmehr bloß Anthropologie des innernSinnes, d. i. Kenntniß unseues denkenden Selbstim Leben sey, und als theoretisches Erkenntniß auchbloß empirisch bleibe; dagegen die rationale Psychologie,was die Frage über unsere ewige Existenz bctrist, garkeine theoretische Wissenschaft ist, sondern auf einemeinzigen Schlüsse der moralischen Teleologie beruht,wie denn auch ihr ganzer Gebrauch, bloß der letz-tern als unserer praktischen Bestimmung wegen, noth-wendig ist.
§. 90.
Von der Art des Fürwahchaltens in einemmoralischen Beweise des Daseyns'Gottes.
Fnerst wird zu jedem Beweise, er mag (wie bey demBeweift durch Beobachtung des Gegenstandes oder Ex-periment) durch unmittelbare empirische Darstellungdessen, was bewiesen werden soll, oder durch Vernunfts 1>iloii aus Principien geführt werden, erfordert: daß
er nicht überrede, sondern überzenge, oder wenig-stens auf Überzeugung wirke; d. i. daß der Beweis-