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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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444
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444 Zweyter Theil.

grund,^oder der Schluß, nicht bloß ein subjectiver(ästhetischer) Bestimmungsgrund des Beyfalls (bloßerScheins sondern ob,ectivgüitig und ein logischer Grundder Erkenntniß sey: denn sonst wird der Verstand be-rückt, aber nicht überführt. Von jener Art einesScheinbeweises ist derjenige, welcher vielleicht in guterAbsicht, aber doch mit vorsetzlicher Verhehlung seinerSchwache, in der natürlichen Theologie geführt wird:wenn >nan die große Menge der Bcweisthümer einesUrsprungs der Naturdinge nach dem Princip der Zweckehcrbeyzieht, und sich den bloß subjectiven Grund dermenschlichen Vernunft zu Nutze macht, uchmlich den ihreigenen Hang, wo es nur ohne Widerspruch geschehenkann, statt vieler Principien ein einziges, und, wo indiesem Princip nur einige oder auch viele Erfordernissezur Bestimmung eines Begrifs angetroffen werden, dieübrigen hinzuzudenken, um den Begrif des Dingesdurch willkürliche Ergänzung zu vollenden. Denn frey-lich, wenn wir fo viele Producte in der Natur antreffen,die für uns Anzeigen einer verständigen Ursache sind;warum sollen wir, statt vieler solcher Ursachen, nichtlieber eine einzige, und zwar an dieser nicht etwa bloßgroßen Verstand, Macht u. f. w. sondern nicht vielmehrAllweisheit, Allmacht, mit einem Worte sie als einesolche, die den für alle mögliche Dinge zureichendenGrund solcher Eigenschaften enthalte, denken? und überdas diesem einigen alles vermögenden Urwesen, nicht