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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
448
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448 Zweyter Theil.

zugleich der Endzweck der Schöpfung angegeben wird,bewiesen werden soll.

i) Was den logisch-gerechten, vom Allgemei-nen zum Besonderen fortgehenden, Beweis betrift, soist in der Critik hinreichend dargethan worden: daß, dadem Begriffe von einem Wesen, welches über die Na,lur hinaus zu suchen ist, keine uns mögliche An-schauung correspondirt, dessen Begrif also selbst, so-fern er durch synthetische Pradicate theoretisch be-stimmt werden soll, für uns jederzeit problematischbleibt, schlechterdings kein Erkenntniß desselben (wo-durch der Umfang unseres theoretischen Wissens int min-besten erweitert würde) Statt finde, und unter die all-gemeinen Principien der Natur der Dinge der besondereBegrif eines übersinnlichen Wesens gar nicht subsumirtwerden könne, um von jenen auf dieses zu schließen;weil jene Principien lediglich für die Natur, als Ge-genstand der Sinne, gelten. .

2) Man kann sich zwar von zwey ungleichartigenDingen, eben in dem Puncte ihrer Ungleichartigkeit,eines derselben doch nach einer Analogie mit dem

andern

*) Analogie (in qualitativer Bedeutung) ist die Identitätdes Verhältnisses zwischen Gründen und Folgen (Ursachen undWirkungen), sofern sie, uNj-eachrel der svecifischei» Ver,schiedenbeit der Dinge, oder derjenige,- Eigenschaften ansich, welche den Grund von ähnlichen Folgen enthalten,(d> j. außer diesem Verhältnisse betrachtet), Statt findet

So,