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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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451
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Critik der theologischen UrthsilSkrast. 451

können daraus, daß unter Wcltwcsen der Ursache einerWirkung, die als künstlich beurtheilt wird, Verstandbeygelegt werden muß, keinesweges nach einer Analogieschließen, daß auch dem Wesen, welches von der Naturgänzlich unterschieden ist, m Ansehung der Natur selbsteben dieselbe Causalitat, die wir am Menschen wahrneh-men, zukomme: weil dieses eben den Punct der Un-gleichartigkeir betrift, der zwischen einer in Ansehung ih-rer Wirkungen sinnlich-bedingten Ursache und dem über-sinnlichen Urwesen selbst im Begriffe desselben gedachtwird, . und also auf diesen nicht übergetragen werdenkann. Eben darin, daß ich mir die göttliche Causa-litat nur nach der Analogie mit einem Verstände (wel-ches Vermögen wir an keinem anderen Wesen als demsinnlich-bedingten Menschen kennen) denken soll, liegtdas Verbot, ihm diesen Verstand in der eigentlichenBedeutung beyzulegen *).

?) Meynen findet in Urtheilen g, prinri gar nichtStatt; sondern man erkennt durch sie entweder etwasals ganz gewiß, oder gar nichts. Wenn aber auch diegegebenen Beweisgründe, von denen wir ausgehen(wie hier von den Zwecken in der Welt), empirisch sind,

") Man vermißt dadurch nicht das Mindeste in der Vorstel-lung der Vcrliällnisse dieses Wesens zur Welt, so wohl wasdie tkevretischeu als praclische» Fvlgcrungen aus diesemBegriffe betrift. Was es an sich selbst sey, erforsche» zuwollen, ist ein eben so zweckloser als vergeblicher Vorwitz.

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