Critik' der theologischen Urtheilskraft. 455
denn 2 priori zu meynen, schon an sich ungereimt mit»der gerade Weg zu laitter Hirngespenstern ist» Entwederunser Satz 2 priori ist also gewiß, oder er enthalt garnichts zum Fürwahrhalten. Also sindMeyNtMgösachei!jederzeit Objecte einer wenigstens an sich möglichen Er-fahrungserkenntniß (Gegenstande der Sinnenwelt), dieaber, nach dem bloßen Grade dieses Vermögens den wirbesitzen, für UNö umnöglich ist. So ist der Äther derneuern Physiker, eine elastische alle andere Materiendurchdringende (mit ihnen innigst vermischte) Flüßig-keit, eine bloße Meynungssache, immer doch noch vonder Art, daß/ wenn die äußern Sinne im höchsten Gradegeschärft waren, er wahrgenommen werden könnte; deraber nie in irgend einer Beobachtung, oder Experimente,dargestellt werden kann. Vernünftige Bewohner ande-rer Planeten anzunehmen, ist eine Sache der Meynung;denn, wenn wir diesen naher kommen könnten, welchesan sich möglich ist, würden wir, ob sie sind, oder nichtsind, durch Erfahrung ausmachen; aber wir werden ih-nen niemals so nahe kommen, und so bleibt es beymMeynen. Allcin meynen: daß es reine,, ohne Körperdenkende, Geister im materiellen Univers gebe (wennman nehmlich gewisse dafür ausgegebene wirkliche Erschei-nungen, wie billig, von der Hand weiset), heißt dichten,und ist gar keine Sache der Meynung, sondern eine bloßeIdee, welche übrig bleibt, wenn man von einem denken-den Wesen alles Materielle wegnimmt, und ihm doch
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