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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
463
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Critik der teleologischen UrtheilStraft. 46z

ben, jedoch eben so wohl auch die Unmöglichkeit/ von unsnicht eingesehen werden kann. Der Glaube (schlechthinso genannt) ist ein Vertrauen zu der Erreichung einerAbsicht, deren Beförderung Pflicht, die Möglichkeit derAusführung derselben aber für uns nicht einzusehenist (folglich auch nicht die der einzigen für uns deckba-ren Bedingungen). Der Glaube also, der sich auf be-sondere Gegenstande, die nicht Gegenstände des mögli-chen Wissens oder Meynens sind, bezieht (in welchemletztem Falle er, vornehmlich im Historischen, Leichtgläu-bigkeit und nicht Glaube heißen müßte) ist ganz mora-lisch. Er ist ein freyes Fürwahrhalten, nicht dessen wo-zu dogmatische Beweist für die theoretisch bestimmendeUrtheilskraft anzutreffen sind, noch wozu wir uns ver-bunden'halten, sondern dessen, was wir, zum Behufeiner Absicht nach Gesetzen der Freiheit annehmen;aber doch nicht, wie etwa eine Meynung, ohne hinrei-chenden Grund, sondern als in der Vernunft (obwohl

moralische Philosoph!? hineinkomme, da sie allererst mitdem Christenthum eingeführt worden, und die Annahmederselben vielleicht nur eine schmeichlerische Nachahmungseiner Sprache zu seyn schemcn dürfte. Aber das ist nichtder einzige Hall, da diese wundersame Religion m der größ-ten Einfalt ihres Vertrages die Philosophie mit weit be-stimntteren und reineren Begriffen der Sittlichkeit berei-chert hat, als diese bis dahin hatte liefern können, die aber,wenn sie einmal da sind, von der Vernunft fre? gebilligt,und als solche angenommen werden auf die sie wohl vonselbst hätte komme» und sie einführen können und sollen.