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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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465
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Critik der teleologischen Urtheilskraft. 465

ßer Befriedigung, einzusehen, wie jene und warun^siefehl schlagen mußten.

Gott , Freyheit, und Seelenunsterblichkeit

sind diejenigen Aufgaben, zu deren Auflösung alle Zu-rüstungen der Metaphysik, als ihrem letzten und alleini-gen Zwecke, abzielen. Nun glaubte man, daß die Lehrevon der Freyheit nur als negative Bedingung für diepractische Philosophie nöthig sey, die Lehre von Gott und der Seelenbeschaffenheit hingegen, zur theoretischengehörig, für sich und abgesondert dargethan werdenmüsse, um beide nachher mit dem, was das moralischeGesetz (das nur unter der Bedingung der Freyheit mög-lich ist) gebietet, zu verknüpfen und so eine Religion zuStande zu bringen. Man kann aber bald einsehen, daßdiese Versuche fehl schlagen mußten. Denn aus bloßenontologischcn Begriffen von Dingen überhaupt, oderder Existenz eines nothwendigen Wefens laßt sich schlech-terdings kein, durch Prädikate die sich in der Erfahrunggeben lassen und also zum Erkenntnisse dienen könnten,bestimmter, Begrif von einem Urwesen machen; deraber, welcher auf Erfahrung von der physischen Zweck-mäßigkeit der Natur gegründet wurde, konnte wiederumkeinen für die Moral, mithin zur Erkenntniß eines Got-tes, hinreichenden Beweis abgeben. Eben so wenigkonnte auch die Seelenkenntniß durch Erfahrung (diewir nur in diesem Leben anstellen) einen Begrif von dergeistigen, unsterblichen Natur derselben, mithin für dieRams Lric.d. Urcheilerr. G g