Critik der theologischen Urlheilskruft. 467
Freyheitsbegrifs) gelingt, hat diesen Grund: daß hierdas Übersinnliche, welches dabey zum Grunde liegt (dieFreyheit), durch ein bestimmtes Gesetz der Causalitat,welches aus ihm entspringt, nicht allein Stof zum Er-kenntniß des andern Übersinnlichen (des moralischenEndzwecks und der Bedingungen seiner Ausführbar-keit) verschaft, sondern anch als Thatsache seine Reali-tät in Handlungen darthut, aber eben darum auch kei>nen andern, als mir in praktischer Absicht (welche auchdie einzige ist, deren die Religion bedarf) gültigen,Beweisgrund abgeben kann.
Es bleibt hieben immer sehr merkwürdig: daß unterden drey reinen Vernunftideen, Gott, Freyheit undNnst-'l'blichkeit, die der Freyheit der einzige Begrifdes Übersinnlichen ist, welcher seine objective Realität(vermittelst der Lansalitat, die in ihm gebacht wird) ander Natur, durch ihre in derselben mögliche Wirkung,beweiset, und eben dadurch die Verknüpfung der beidenandern mit der Natur, aller dreyen aber unter einanderzu einer Religion möglich macht; und daß wir also inuns ein Princip haben, welches die Idee des Übersinn-lichen in uns, dadurch aber auch die desselben außeruns, zn einer, ob gleich nur in practlscher Absicht mög-lichen, Erkenntniß zu bestimmen vermögend ist, worandie bloß speculativc Philosophie (die auch von der Frey-heit einen bloß negativen Begrif geben konnte) verzwei-.
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feln mußte: mithin der Frcchc.-tsbegrif (.als Erundbe-
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