Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
581
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in die allgemeine Geschichte. 581

heit und Reichthümer des römischen Reiches herbey'gezogen, und suchten von allen Seiten her einzubrechen.

Ein einziger Mensch war allein nicht mehr imStande, die Last eines so großen Reiches zu ertragen,welches so stark angegriffen wurde.

Die erstaunliche Menge von Kriege,!/ und die Ge-müthsart der Soldaten^ welche an ihrer Spiße ^j ül-perv.torcn und Casin n sehen wollten, macht es zu ei-ner Nothwendigkeit, ihre Zahl zu vermehren.

Da das Reich selbst als ein Erbgut angesehen wur-de, so vermehrten sich die Beherrscher nothwendig durchdie Menge der Kinder, welche die Prinzen zeugen.

MarcuS AureliuS nimmt seinen Bruder zum Mit-rcgenten des Reiches an. Scvcrus macht seine bey-den Kinder zu Imperatoren. Die verdrießlichenUmstände, worinnen die Angelegenheiten des Reichessind, nöthigen den Diocletian , den Orient und denOccident unter sich lind den Maximian zu theilen; ie-der von ihnen erleichterte sich die Last, womit sie allzu-sehr beschwert waren, indem sie zween Casarn er-wählten.

Durch diese Menge von Imperatoren und Cäsarnwurde der Staat mit einem erstaunlichen Aufwandsbeschwert; das Reich wurde zertheilt, und die bür-gerlichen Kriege vermehrten sich.

Constantin, ein Sohn des Imperator ConstantiuöChlorus, theilte das Reich, wie ein Erbe, unter seineKinder; die Nachkommen folgten diesem Beyspiele,und seit der Zeit sah man fast keinen mehr, der alleMacht allein besessen hätte.

Die