Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
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der Welt. Erster Abschnitt» 59

Im Oriente hatte Romcmus 5ccapemis, welcher Jahr nachden Kaiser Constantin zum micbeherrscher des Rei-cheS angenommen hatte, Me Gewalt an sich gerissen,und diesem kaum den kaiserlichen Namen übrig ge-lassen. Das Reich selbst wurde dadurch nicht glück-licher. Simeon, der König der Bulgaren , warsein beständiges Schrecken. Seine oft wiederhol-ten Einfälle verwüsteten Thracien, Makedonien , undConstantinopel selbst, hatte mehr als einmal vor die-sem furchtbaren Eroberer zittern müssen. Romanuskonnte ihn nicht überwinden. Wider die Saracenenwar er glücklicher. Zween von seinen Söhnen mach-te er zu Casarn, und einen zum Mönche, damit der- > .F«^selbe Patriarch in Constantinopel werden könnte.Auch fiengen die Russen und Türken cm, sich demOriente furchtbar zu machen.

Die Christen in Spanien hatten einige Zeit un-ter einem grausamen Fürsten, dem Frojola, geseufzt.Sein Nachfolger, Alvhons, hatte, nach einer Regie-rung von etlichen Iahren, den frommen Einfall, einMönch zu werden, und seinem Bruder, Ranimir,das Reich abzutreten. Allein weil das Kloster nichtso viel blendendes hatte, als der Thron, so reuete ihnseine Frömmigkeit bald. Sein Bruder glaubtenicht schuldig zu seyn, sich der einmal erthaltencn Rech-te wieder zu begeben. Der innerliche Streit, welcherdarüber entstund, war Ursache, daß den Sarace- 9Z4nen, ob sie gleich immer geschlagen wurden, nichtnoch ein größrer Abbruch geschehen konnte.

Italien war zeither bald von der Herrschsuchtseiner und auswärtiger Prinzen; bald von der Un-beständigkeit seiner Einwohner, die immer gern ei-nen Herrn mit dem andern tauscheu wollten; bald von

der