Zweyter Abschnitt. -4-
wollten: So waren doch ihre Irrthümer ungeheuer,und dem Evcmgelio so offenbar entgegen gesetzt, daßsie sehr bald, nicht unter dem Namen irrender Chri-sten , sondern unter dem Namen der Nicolaiten , ver-abscheuet wurden. Das ist die Ursache, warum ihrschändliches Lehrgebäude in dieser Betrachtung ganzmit Stillschweigen übergangen werden kann.
Außer diesen beyden Arten von Irrthümern suchte >Z«^o//»noch eine dritte Art, die ihrem Ursprünge nach we- Lo/o^.der ganz heidnisch, noch ganz jüdisch war, sich un-ter die Christen einzudringen. Paulus zielet, allerWahrscheinlichkeit nach, in seinem Briefe an dieColosser auf diese Art Irrthümer. Es fanden sichChristen, welche die jüdischen Vorurtheile und dieThorheiten ihrer schon verleugneten fanatischen Weis-heit noch liebten, und mit den Wahrheiten des Evan-gelii vereinigen wollten. Sie machten den Men-schen ein Gewissen über Speise und Trank, überbestimmte Feyertage, Neumonden und Sabbather.Sie giengen in einer selbst erwählten Geistlichkeitund Demuth einher. Sie verschonten des Leibesnicht; sie thaten dem Fleische nicht seine Ehre zu sei-ner Nothdurft. Man kann auch wahrscheinlichschließen, daß sie behaupteten, in Christo wohntenicht die ganze Lulle der Gottheit leibhaftig,oder wirklich. Man wird bald sehen, daß hier dieAnHanger des C^xiu^hus nach dem Leben gezeichnetsind. Paulus warnte deswegen die Colosser vor ih-nen, und ermähnte sie, Achtzuhaben, daß sie nichtdurch die Philosophie, durch einen eiteln Betrug,durch Menschenlehre und Satzungen der Welt, derWahrheit beraubt werden möchten. Er lehrte sie,daß Jesus das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
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