Z42 Geschichte der christlichen Religion.
der Erstgcbohrne vor allen Creaturen, der Schöpferaller Eiigel, und das Haupt der Gemeine sey, daßdie Fülle der Gottheit in ihm leibhaftig wohne, daßniemanden ein Gewissen über den Unterschied derSpeisen, über bestimmte Feyertage, Neumondeund Sabbacer gemacht werden durfte, daß eö nun-mehr zwischen Iüdcn und Heiden, beschnittenen undunbeschnittenen, Barbaren und Scyten, Sclavenund Frenen, keinen Unterschied gebe, wenn sie sichin Jesu Christo vereinigen und durch ihn zu einerneue» Creatur machen ließen. Wa6 kann deutlicherzu seyn scheinen, als daß der Apostel einige Aus-drücke aus dieser falschen Philosophie nehme, ihneneinen bessern Verstand ertheile, und sie durch einensolchen Gebrauch wieder heilige? Doch die Ao,^»wird solches ausführlicher erweisen.M>5/-./,?/?. Die meisten dieser Jrrthükp.n, von denen sichö?/?. viMjcht die ersten, die sitz annahmen und ausbrcice-m^-/>-^. ^ ^ M der betrü^ischen Vorstellung schmeichelten,daß sie mit der Religion Jesu Christi sehr wohl beste-hen könnten, waren indessen so beschaffen, daß siezum Umstürze, wo nicht aller, doch der vornehmstenWahrheiten des Christenthums führten.
Die jüdischen Irrthümer führten unstreitig zurVerleugnung der Gottheit unsers Erlösers. Sehrviele, die doch die christliche Religion angenommenhatten, wollten die irrige MeynuNg, daß die Be-obachtung des mosaischen Ceremom'algeseHcs noth-wendig wäre, nicht aufopfern. Die Apostel bewie-sen ihnen, daß die Christen frey von demselben wä-ren , weil die Beschneidung und alle levitischen Ge-brauche blos Zeichen und Vorbilder von der Erlö-sung gewesen wären, die Jesus Christus nunmehr
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