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Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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Zweyter Abschnitt. 14z

geleistet hatte. Die Irrgläubigen konnten sich wi-der diesen Beweis nicht anders retten, als wenn siedie Nothwendigkeit der Erlösung, und also der Ver-einigung einer göttlichen Natur mit der menschlichenm Christo leugneten, ohne welche eine Erlösung desmenschlichen Geschlechts von Sünden unmöglichwar. Daher hielten sie Jesum Christum für einenbloßen, aber göttlichen Menschen, den Gott zumUnterrichte unsers Geschlechts auf die Erde gesandthätte.

Diejenigen Irrthümer, welche aus der orienta-lischen Philosophie entlehnt waren, leiteten offenbarzur Verleugnung der menschlichen Natur in JesiöChristo. Denn nach den Grundsätzen dieser träu-merischen Weisheit war, wie man bald umständli-cher sehen wird, die Materie ganz böse. Wennnun solche Begriffe für wahr gehalten wurden; wiekonnte Christus eine wahre menschliche Natur ange-nommen , und wirklich an seinem Fleische gelittenhaben? Daher stimmten alle Secten der Gnosti-ker , wenn man die Valentinianer auSnimmt, indem Hauptgrundsatze mit einander überein, daß un-ser Erlöser kein wahrer Mensch gewesen wäre, son-dern solches nur zu seyn geschienen hatte. Um ebendieser Ursache willen wurden sieDoceren oderphan-stasiasten genannt; Namen, die nach der Bedeutungdes griechischen Wortes ihre irrige Meynung bezeich-neten. Sowohl diese als jene verderbliche Lehrewurde durch den Apostel Johannes entlarvt. Siewaren es, von denen er die wahren Bekenner desNamens Jesu in den Worten warnte: Am jegli- Z0H.4,»Z-cher Geist, der da bekenner, daß Jesus Chri- ^ -5.stus in das Fleisch gekommen ist, der ist von

Gorr.