Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
149
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Zweyter Abschnitt. -49

war der Grundirrthum, welcher bey den heidnischenWeisen so sehr fruchtbar an ungereimten Lehrgebäu-den von der Gottheit war. In den ältern Zeiten FeMv. ^?vergötterten die Menschen alles, was ihr Erstaunen,ihre Liebe, ihre Furcht, ihre Hoffnung, die Schmei--cheley und das Verderben des menschlichen Herzensfür außerordentlich und göttlich hielt. So gelangtendie Gestirne, die Meere, die Flüsse, große Regenten,Tyrannen, Insekten, und Laster zur Ehre der Anbe-thung. So entstund nach und nach die Religion desPöbels, die Abgötterei).

Doch es fanden sich bald Menschen, die sich vondem gemeinen Haufen unterscheiden wollten. Jemehr sie ihren Verstand fühleten, desto weniger be-friedigten sie diese Meynungen von der Gottheit.Je bekannter sie mit den Geschöpfen wurden, destounwilliger wurden sie gegen ihre Anbethnng. Den-noch war es ihnen nicht möglich, die wahre Vorstel-lung von Gott zu finden, die außer dem Gebietesinnlicher Begriffe liegt. Ihre tiefsinnigsten Ge-danken von der Gottheit blieben körperlich; sie konn-ten sie nicht von der Materie trennen. Alle heidni-sche Philosophen theileten sich auf vier große Abwege,in der Einbildung, Gott auf einem derselben zu fin-den. Die Philosophen unter den Chalvaern undPersern stelleten sich die Gottheit, als die allerfeinsteund beweglichste Materie, als das reinste Feuer oderLicht vor, aus welcher alle Dinge auSgeflossen wä-ren. Die ägyptischen Weisen theileten die Gottheit /V»,«?^.«uter drey Ursachen aus, unter eine thätige, unter e-eine leidende, und unter eine böse Ursache. Daswar ihre geheime Lehre von dem Osiris, der Isis unddem Typhon. Andere, welche das Leben und die

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