ISO Geschichte der christlichen Religion»
Bewegung in der Natur erklären wollten, machtendie Gottheit zur Seele der Welt, die aber so genauan sie gefesselt war, daß sie nicht von ihr getrennetwerden konnte. Diejenigen, welche der Wahrheitam nächsten kamen, empfanden wohl, daß die Gott-heit von der Materie ganz unterschieden seyn müßte.Vielleicht schlössen sie dieses aus der nothwendigenEmpfindung, daß ihr Geist unendlich besser, alsalle Körper, seyn müsse; vielleicht hatte auch dasLicht der Offenbarung, da6 den Juden leuchtete, einigeStralen bis zu ihnen hingeworfen. Unter diese Phi-losophen gehören unstreitig Sokrateö und Plato .Gleichwohl blieben sie so sinnlich, daß ihnen die Schö-pfung der Welt aus Nichts auch nicht einmal eineMuthmaßung ward, daß sie neben der Gottheit einewiges wüstes Chaos annahmen, ihr weiter nichtsals die Ausbildung desselben zuließen, und darausalle sittliche und natürliche UnVollkommenheiten derWelt herleiteten. Diese Hauptabwege hatten wie-derum unzahlbare Nebenabwege. Doch wir wollenißt nur bey den ägyptischen, chaldaischen und persi-schen Irrthümern stehen bleiben.
Der große Haufe unter den Aegyptern war in/V> /. ^ die schändlichste Abgötterei) versunken. Sie vereh-/V??/. alles, Gestirne und Insekten, Knoblauch und
Könige, göttlich ; ein Gottesdienst, der den Weisenumer ihnen selbst unsinnig zu seyn schien. Sie nah-men daher ihre Zuflucht zu philosophischen Erklärun-gen , die weniger ungereimt zu seyn schienen, in derThc-t aber noch weit ungereimter waren, weil sie soviel Nachdenken anwandten, Thorheiten nicht ganzwegzuschaffen, sondern nur in Finsternisse zu ver-hüllen. Nach ihrem Lehrgebäude war die Gottheit
durch