152 Geschichte der christlichen Religion.
tius, Porphyr und Eusebius beschuldigten die Ae-gypter nicht mit Unrecht; daß sie nichts als die Weltfür Gott gehalten hätten. Dem, was sind alle dieseEtwas anders, als Materie? Sie nehmen zumUrsprünge aller Dinge drey Grundwesen an, die un-auflöslich mit einander verknüpft sind. Nunmehrkann man von einer solchen Theologie leicht auf dieMoral der Aegypter schließen.»7v^ ^' Philosophen unter den Chaldäern lehreten
p - !>- / ' gesünders. Das Lehrgebäude ihres Zoroa-
^' sters und Belus ist in dunkle Schatten eingehüllet.Dem ersten Anblicke nach verspricht ihre Lehre vonder Gottheit viel vortreffliches. Sie nannten Gott
/'/^^ den König und Vater aller Dinge. Sie lehreten,daß alle Ordnung und Schönheit der Natur aus sei-ner Vorsehung entspränge. Allein diese Gottheitund Vorsehung war nichts, als eine durch die ganzeSchöpfung ausgebreitete Seele, aus welcher diegroßen Geister, welche über alle Theile des Welt-gebäudes die Aufsicht hatten, die untern Götter, dieDämonen und Helden entsprangen. Außer diesenguten Geistern gab es eine Art böser und tückischerGeister, die mit jenen in einem beständigen Streitewaren. Aus diesen Ungereimtheiten floß die Ver-ehrung der Gestirne, und was noch mehr von derVerfinsterung ihres Verstandes zeugte, die Magieund Astrologie; Künste, durch welche man aus denbesondern Stellungen der Gestirne die Schicksale derMenschen bestimmen, zu einem vertraulichen Um-gänge mit Gott kommen, und in die ungewisse Zu-
Ä.v,, Nv. ^,„ft hineinschauen wollte. Die chaldäische Lehre
^' ^" Ursprünge der Welt war nicht vernünftiger.
/. !^ »,"^, Alles war im Anfange Nacht und Wasser. Aus
diesem