Zweyter Abschnitt. 15z
diesem Chaos bildeten sich gewisse Ungeheuer. EiltWeib, Omoraca genannt, hatte die Aufsicht dar-über. Belus zertheilte dasselbe bey seiner Wieder-kunft, vertilgte die Ungeheuer, und so entstand Him-mel und Erde. Eine nur wenig aufmerksame Ver-gleichung dieser Lehren mit der mosaischen Erzäh-lung von dem Ursprünge der Welt überführet uns,daß sie verderbte und zerstümmelte Ueberbleibsel derersten Offenbarung sind.
Die Perser hatten auc^? einen Zoroaster, welchen S»/^.^.man in die Zeiten des DariuS Hystaspes zu setzenpflegt. Man weis, daß diese Völker das Feuer ^^'Agöttlich verehreten. Sie betheten die Sonne wegen ^^.g'des Nutzens an, welchen ihr die Erde und das ganze s^».menschliche Geschlecht zu danken hatte. Die Klu- M>^«/,gen unter ihnen empfanden wohl, daß die Sonne ^nicht die Quelle aller Wesen seyn könnte. Sie woll-ten weiter gehen, und verwickelten sich in verschiedeneUngereimtheiten. Zoroaster vereinigte sie alle in ei-ner Thorheit, so viel man aus den dunkeln Ueber-bleibseln seines Systems schließen kann. Hierinnenhat dasselbe mehr Uebereinstimmung und Zusammen-hang, als das chaldaische. Die Philosophen vor ihmfanden in der Natur nichts schöners, als das Licht,und nichts traurigers und schlimmers, als die Fin-sterniß. Damit sie nun die Schöpfung der Weltund den Ursprung des Uebels erklaren möchten, nah-men sie zwo Hauptgottheiten an; das Licht, welchessie Mithra, und die Finsterniß, welche sie Arima-nius nannten. Vielleicht waren beyde Benennun-gen Namen, die, wie die Namen Osiris und Typhon,Beherrschern von entgegengesetzten Charakteren eigengewesen seyn mochten. Ihr Lehrgebäude war hier-
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