-54 Geschichte der christlichen Religion.
innen von dem ägyptischen nicht unterschieden. Un-terdessen bildeten sie sich doch ein, daß sie alles, wasihnen in der Natur unbegreiflich vorkam, ungezwun-gen durch ihr System erklären könnten. Das Licht-Wesen war die Quelle des Lichts und der Glückselig-keit ; die Finsterniß war der Ursprung der Finsternißund alles dessen, was sie für böse hielten. Also gabes zwo Gottheilen, die einander ohne Aufhören be-kriegeten, ungeachtet das Lichtwesen starker war, alsder Arimanius; eine Lehre, welche Maneö unter denChristen wieder erneuerte. Zoroaster sah die Schwa-che dieses Lehrgebäudes ein, und versuchte, ob ernicht alle Dinge aus einem Ursprünge herleitenkönnte. Er machte also Gott zu einem geistigenHeuer; das war sein Mithra. Die Stralen oderdie Theile dieses Feuers waren vor dem Ursprüngeder Welt in einander gedrängt. Allein weil es eingeistiges Feuer war: so faßte es einmal den Ent-schluß, seine Stralen auszulassen. Da entstand dasgröbere Licht, das in der Sonne und den übrigen Ge-stirnen brennt; und dieses war der Oromasda desZoroasters. Dieses gröbere Licht hatte ebenfalls kei-ne Lust, seine Stralen stets beyeinander zu behalten,sondern ließ dieselben auch aus sich heraus fließen.So entstand denn eine sehr lange Reihe von Licht-ausflüssen. Je weiter sich nun dieselben von derHauptquelle entferneten; destoweniger waren sie Licht;je weniger sie Licht waren; desto finsterer wurden sie;je finsterer sie wurden, desto materialischer waren sie:Auf diese Weise entstand Arimanius oder die Ma-terie, die Ursache aller UnVollkommenheiten. Nach-dem sie einmalj entstanden war: so stritte sie bestän-dig mit dem Lichte. Man darf sich aber darüber
nicht