IL6 Geschichte der christlichen Religion.
nung machte. Ihre Sl'ttenlehre stimmte mit demschwermüthigen und milzsüchtigen Temperamente derMorgenländer sehr überein.
Der menschliche Verstand würde nicht auf solcheunsinnige Lehren verfallen seyn, wenn die Menschennicht die Lehre vergessen hatten, daß Gott demNichts gebieten könne, etwas zum Lobe seiner Herr-lichkeit zu werden, daß man die Schuld aller mo-ralischen und selbst der physikalischen Unordnungennicht in der Materie, sondern in dem zwar gut ge-schaffenen, aber gemisbrauchten freyen Willen derGeister suchen müsse. Blieben mit diesen beydenWahrheiten noch einige schwere Fragen unbeantwor-tet: so hatten sie vor Gott die Hand auf den Mundlegen, und schweigen sollen. So aber wurden sie derOffenbarung ungetreu. Nun mochten sie die Schuldihrer Untreue tragen. Die Strafe war gerecht,daß sie Narren wurden, da sie sich für weisehielten.
A-tt^. ^. Diese thörichte Weisheit hatte sich zu den Zei-/>/5,7o/, //. , hg h,^ christliche Religion ausgebreitet werden5- H?-/??-sMe, des ganzen Orientes bemächtigt; besondersaber fand sie unter den Syrern und Aegyptern unzäh-lige Bewunderer. Da sie größtentheils das Werkeiner erhitzten Einbildung war: so mußte sie noth-wendig mannigfaltige Veränderungen erfahren. Jemehr sich der menschliche Verstand einer so ungetreuenFührerinn überließ, desto fanatischer wurde er. Dochalle Veränderungen betrafen nur das Aeußerlicheund Zufällige dieses zoroastrischen Lehrgebäudes.Die Gottheit blieb immer ein materielles Wesen,aus welcher alle andern Wesen ausflossen. Manersand nur neue Reihen von Ausflüssen; man änderte
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