Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
157
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Zweyter Abschnitt. 157

nur die Namen; man brauchte nur neue Metapho-rcn, die nicht mehr bedeuteten, als die alten. DieNamen des Michra, des Oromasda und des Ari-mam'us verloren sich aus diesem Systeme; man hörtevon keiner Lichtquelle mehr; dafür aber hörte man voneiner Lulle, die m it dem griechischen Namen plero-»ma heißt. Man hörte nichts mehr von Ausflüssen;man hörte nun von Aeonen, oder geistigen Na-turen, welche die Gottheit in der Fülle aus ihremWesen erzeugte. Diese Aeonen sollten schon nichtso vortrefflich, als Gott; gleichwohl aber noch voll-kommen seyn. Sie sollten wieder neue Wesen unddiese neue Wesen wieder andere Naturen erzeugt ha-ben, bis sie endlich gar ausgeartet waren. In der-Kette der Wesen waren nach diesem veränderten zoro-astrischen Systeme die untersten Ausgeburten derAeonen Materie; das Göttliche, was sich noch dar-innen aufhielt, war nichts als eine unbestimmteschwache Kraft, die zwar die Finsterniß oder dieMaterie in einige, aber in sehr unordentliche Bewe-gungen setzte. Wenn ein neuer Weltweise dieseLehrgebäude verbessern wollte: so könnte er die un-tersten Aeonen zu Geistern machen, die nur Mo-naden mit dunkeln Vorstellungen aus sich erzeugenkönnten. Aus einer Menge solcher Monaden ent-stund denn der Klump einer groben und unordentli-chen Materie. Doch es blieb diesen Philosophen,vielleicht zum Glücke für uns, damit wir nicht nochmehr zu errathen haben möchten, die neuere Mona-denlehre unbekannt. Wir gehen also in der Ge-schichte ihrer Aeonen weiter fort. Einige von denobersten geistigen Naturen, die in der Fülle waren,bemerkten diese Unordnungen, wollten sie verringern,

und