Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
159
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Zweyter Abschnitt. 159

unglücklich würden sie seyn; wenn der beste Gott,(unsre Schöpfer sind zwar auch Götter; sie sind abernur schlechter;) nicht zuweilen vernünftige Geister vonder ersten Größe in menschliche Körper aus der Lulleherabsendete, welche durch die Künste der Magie,zum Exempel durch Figuren, die unter gewissen.Constellationen des Himmels gemacht werden, denneidischen Geistern widerstünden, und ihre schaden-begierige Macht zu unterdrücken wüßten. Darumerhoben alle diese fanatischen Philosophen die Magieoder Zauberkunst, als das größte Geschenk derGottheit.

Dieses sind ungefähr die Grundsätze der verän-derten zoroastrischen Philosophie, die vermuthlich,wegen ihrer Herrschaft über den ganzen Orient, dieorientalische genannt wird. Die Wissenschaften ^oiS. /«.haben einem Nlosheim diese deutliche Entwickelung/"- ^- ^-eines Unsinnes zu danken, dessen zerstreute dunkle ^A^A'Ileberbleibsel aus dem Alterthume so mühsam zusam- ^/ 'mengesucht werden müssen. Nur darinnen scheint »,07-^.^/«.er von dem Grundrisse des zoroastrischen Syste-mes abzuweichen, daß er behauptet, man hätte dar-innen eine mit der ersten Gottheit und ihren Aeo-nen gleich ewige, aber rohe, finstre und unordent-liche Materie angenommen. Man kann nicht leug-nen , daß dieses ein Lehrsaß der alten ägyptischen undpersischen Philosophen war. Auch ist unstreitig, daßdie Nachrichten der Alten, von der Philosophie derMorgenländer, viel von einer solchen rohen Materiereden. Aller dieser Gründe ungeachtet, scheint esdoch wahrscheinlicher zu seyn, daß diese fanatischenWeisen keine ewige Materie geglaubt haben. Ebendarum nahmen sie die Aeonen an, weil sie den Ur-

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