Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
160
Einzelbild herunterladen
 

,6o Geschichte der christlichen Religion.

sprung des Bösen nicht von zwey gleich ewigen Grund-wesen, sondern mittelbar auö einem herleiten woll-ten. Sie waren zufrieden, wenn ihre Gottheit nurnicht die unmittelbare Ursache der in der Welt be-findlichen UnVollkommenheiten war. Sie hättenaber die Aconen ersparen können, wenn sie die Ma-terie hatten eben so ewig machen wollen, als Gottwar. Zsroaster hatte ihren Ursprung in der wei-ten Entfernung der Lichtaueflüsse von der ersten Quelledes Lichtes gesucht. Dieses war den neuern Philo-sophen , die aus seiner Schule kamen, zu schwer, undfür den größern Haufen zu unverständlich. Sie lei-teten also die Materie aus der Ohnmacht der unternAesnen her, die nichts bessers erzeugen konnten.Jedoch in einem solchen Unsinne kann eine Thorheiteben so leicht überflüßig, als nöthig seyn. Also wirdwenig daran liegen, was man für eine Meynungannehmen und der andern vorziehen will. Es scheintnur aus der letztem wahrscheinlicher zu seyn, warumdie Verehrer der zoroastrischen Philosophie Aeo-nen von so verschiedenen Arten und Geschlechtern er-fanden.

Da alle diese Grundsatze bloße Spiele der Phan-tasie sind: so wird man sich über die Uneinigkeitendieser Philosophen nicht wundern. Dieser begnügtesich mit wenig Aeonen, ein anderer brauchte einenganzen Schwärm, Gott von dem Verdachte zu be-freyen , daß er die Welt so unvollkommen gemachthätte. Eben so sehr theileten sie sich in ihren Mey-nungen über die Weltschöpfer. Einige gaben die Ehreder Schöpfung nur einem Aeon, andere theileten einso wichtiges Geschaffte unter mehr solche Geister aus.Diese hielten die Aeonen für sehr machtige, andere

für