,62 Geschichte der christlichen Religion.
mit dem größten Rechte diese Wissenschaft einefalschberühinte Aunst nennen? Denn was warsie mehr, a!6 ein unsinniger Traum einer zügellosenund ausschweifenden Einbildung?
Vergebens suchet man unter den damaligen Phi-losophen der Griechen, der Römer und anderer Abend-länder eine bessere Weisheit. Sie schwärmelen we-niger; darum aber hatte ihre Religion weder mehrWahrheit, noch mehr Schönheit. Die SLpicuraerhatten keinen Gott; zum wenigsten war ihr Gott somüßig, so sehr bequem und schläfrig, daß er wederan dem Daseyn, noch an der Erhaltung und Regie-rung der Welt einigen Antheil hatte. Empfahlensie dem Menschen die Tugend: so empfahlen sie ihmdieselbe bloß wegen der Wollust, welche damit ver-bunden seyn sollte. Der Akademiker zweifelte.Er wußte nicht, was Wahrheit wäre. Er wolltenicht leugnen, daß es Götter geben könnte; aber erwollte solches nicht entscheiden. Er hatte keinesichern und unbenüglichen Kennzeichen der Wahr-heit; es ließ sich dieses, es ließ sich auch jenes, wieer sagte, behaupten , oder es war vielmehr ungewiß,ob sich dieses oder jenes behaupten ließe, oder nicht«vi/o-/'. Der Gott des Ariftocelikers war nichts, als die be-^/o' wcgende Kraft der Natur, die alles in Bewegung/ / ^ ^ , und selbst nicht bewegt werden konnte. Die/'//'/).„7/! Unsterblichkeit der Seele war ihm zweifelhaft,wo er sie nicht gar leugnete. Seine Sittenlehre^/o»,^»--! war weitlauftig. Allein er vergab sehr viel, wenn^>^j seinen Ruhm und seine bürgerliche Ruhe
^^o-" zu schonen suchte. Der Stoiker halte einen Gott,/. der mehr Ansehen, Majestät und Tugend besaß, als,>„-'./,. der Gott anderer Philosophen; er war besser, und
sein