164 Geschichte der christlichen Religion.
Philosophie. Er schrieb andere Gesetze dem Weisen,andere Gesetze dem großen Haufen vor. Von die-sem verlangte er nur die Tugenden, durch welche diegemeine Ruhe und die öffentliche allgemeine Sicher-heit erhalten wird. Von dem Weisen foderte er,daß er immer in sich selbst einkehren, und seine Seelein beständigen Betrachtungen üben und von derMaterie abziehen sollte. Allein der platcmikerwürde dein ungeachtet sehr materialisch gebliebenseyn, wenn er sich auch nach feinen Einbildungen eineRepublik hatte einrichten können; zum wenigstenwürden die Wollüstigen das Bürgerrecht eben so-wohl darinnen erhalten haben, als die Milzsüchtigen.Die Religion der mitternachtlichen Lander im Occi-dente ist wenig bekannt. Der große Haufe war ab-göttisch ; und wenn die Varden und Druiden derCelren und Deutschen weiser gewesen sind: so hatdoch, wie es der Charakter dieser Nationen deutlichzu erkennen giebt, ihre Weisheit die Menschen nichtbesser, sondern nur härter, tapferer und grausamergemacht, als andere Nationen.
M>i/,./,?/?. Wenn diese ganze Betrachtung weiter keinenNutzen hätte, als daß sie uns überzeugte, wie nöthig
»"-7.5. 57. Welt einen göttlichen Lehrer gehabt habe: sowäre sie darum allein schon nützlich genug. Werkonnte alle diese Finsternisse zerstreuen, und die Men-schen von so unzahlbaren Irrthümern befreyen, alsGott? Wer hätte sie sonst auf den Verlornen Wegder Wahrheit und der Tugend iurück bringen sollen?Konnte man dieses wohl von Menschen erwarten, dadie Weisesten so weit von der richtigen Bahn abwi-chen, und die Wahrheiten, die sie etwa noch vortru-gen, durch andere giftige Irrthümer wieder unfrucht-bar