168 Geschichte der christlichen Religion.
beit waschen sie sich, ziehen weiße Kleider an, undkommen in einem Hause zusammen, und essen diegeringen Speisen, welche ihr Priester vorher gesegnethat, ohne Geräusch und in der größten Stille miteinander. Wenn sie bey dem Schlüsse ihrer Mahl-zeit gebethet und Gott gedanket haben: so gehen siewieder an ihre Arbeit, und die Mahlzeit des Abendsist wie die mittägliche eingerichtet. Sie unterneh-men nichts, waö ihnen nicht von ihren Vorgesetztenbefohlen wird, nur daß sie den Armen und Noth-leidenden ungeheißen beystehen. Sie maßigen sichim Zorne; sie sind treu, und friedfertig; waö sie sa-gen, das halten sie eben so unverbrüchlich, als wennsie rs beschworen hätten, und sie sehen den schon alseinen Lügner an, dem man ohne Gott nicht glaubendarf. Diejenigen, welche in ihre Secte treten wol-len , müssen sich erst ein ganzes Jahr prüfen lassen.So sind ihre Sitten beschaffen.Fv/e/>/', </- Wir kommen nunmehr auf ihre lehren. Sie6c//,^»>/. lehrcten also hauptsächlich, daß die Körper vergäng-^ ^ ^ e^/ ^' ^ feinsten Aether erzeugten Geister
/^ve, / hingegen unsterblich, und nur wegen ihrer NeigungM^, zur Materie in ihre Leiber, als in Kerker eingeschlos-ecc/.,./. scn wären. Aus diesem Grundsahe zogen sie dieFolgen, daß man ein einsames Leben führen, dasselbemit immerwährenden Betrachtungen zubringen / vorder Ehe fliehen und seinen Leib hart und strenge hal-ten müsse. Eben daraus floß die natürliche Folge,daß keine Auferstehung der Leiber zu hoffen wäre.Denn sie lehreten, daß diejenigen, welche einmalvon den Banden des Fleisches vefreyc ware?i,sich sogleich darüber, daß sie von einer so lan-gen Sclavercy dcfreyec worden wären, frcne,
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