Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
171
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Zweyter Abschnitt. 171

gut sind; man soll ihn weder entkräften, noch zer-stören; nian soll ihn nur nicht üppig werden lassen.

Diese Secren sind alt, und scheinen bis an die ^->^- ^«/?-Zeiten zu reichen, wo Palästina von den Babylo-^-niern und Assyriern verwüstet worden ist. Es ist^' ^'glaublich, daß sich damals viele Juden in die wü-sten Gegenden von Syrien und Aegypten geflüchtethaben , damit sie der Wuth des Krieges entgehenmöchten. Da sie nun keinen Tempel mehr hatten,und also die im Gesetze Mosis vorgeschriebenen Ge-bräuche und Ceremonien weiter nicht beobachtenkonnten: wie leicht haben sie auf die Gedankenkommen können, es wäre genug, wenn man Gottmit einem reinen und heiligen Gemüthe dienete, undman brauchte also zu diesem Dienste keine Opfer, kei-ne Altare, keine Priester? Die Einsamkeit undder Geschmack, den sie mit der Zeit an den Lehrender Aegypter fanden, unter welchen sie lebcten, be-stärkte diese Meynung immer mehr. Nach und nachgewann ihre Religion eine so neue und ungewöhn-liche Gestalt, daß man sie weder jüdisch noch heid-nisch nennen konnte.

Aus der Secte der Essäer scheint Dositbeus ^5./»/?.gewesen zu seyn, welcher sich im Anfange des Chri-stenthums für den MeßiaS ausgab. Da er unter denJüden keinen Anhang fand, so begab er sich zu denSamaritanern. Allein, ob er gleich hier Anhänger er-hielt: so war doch sein Ende sehr tragisch. Er ver-warf mit den Samaritanern die Propheten des altenBundes, verfälschte, weil er der Meßias seyn wollte,die Schriften Mosis, und hatte besonders einen un-versöhnlichen Haß wider den Sohn des ErzvatersJacob, den Judas , weil aus seinen Nachkommen

der