Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
172
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,?s Geschichte der christlichen Religion.

/^,7«/?»-. der Erlöser der Welt zugesagt war. Er leugnete^/p^^ ^ Auferstehung der Leiber, und foverte von seinen^' ^ ^' AnHangern ein essaisches, ein übertrieben strenges/>/5o/i«« und finstres Leben. Man fand in Acgypten noch im/>>N7- sechsten Jahrhunderte Dosttheaner.

Man kann leicht erachten , daß die Lehrsätze derEssäer, Therapeuten, und Dosirheaner mit der Zeiteinen Einfluß in die christliche Religion gehabt ha-ben. Man weis die eigentliche Dauer dieser Sectennicht. Sie haben sich vielleicht lange erhalten, wel-ches von den ägyptischen Therapeuten noch wahr-scheinlicher ist, als von den Essäern. Unterdessenist doch das wahrscheinlich, daß viele von ihren An-hängern Christen geworden sind. Man weis, daßgleich im Anfange der Verkündigung des Evangeliieine große Menge in Alerandrien die Predigt dessel-ben angenommen und sich zu Christo bekannt haben.Konnten nun die pharisäischen Iüden, die so sehran ihren Saßungen und der Beobachtung aller levi-tischen Gebräuche hingen, sich so wenig überwinden,ihre Vorurtheile ganz aufzugeben, als sie Christenwurden: wie viel weniger werden sich fanatischeIüden haben entschließen können, Lehrsätze ganz zuverlassen, die ihnen mit den Lehren der christlichenReligion so viel Aehnlichkeit zu haben schienen? DasEvangelium redete so viel von der Verleugnung sei-ner selbst, und von der Tödtung seines Fleisches.Was kann der Mensch anders verleugnen, als sei-nen Körper? Und was wird das Fleisch, das er töd-ten soll, anders, als der Leib seyn? Und wiekann es besser, als durch ein hartes und sirenges Le-ben getödtet werden? So gern mögen die Men-schen