Zweyter Abschnitt. 17z
schen ihre Vorurtheile retten, die schon lange undschon ties in ihnen eingewurzelt sind!
Wenn also Cassian erzählet, daß schon zu des Q-M, »./«.Evangelisten MarcuS Zeiten, welcher die Kirche in M.//.«-.^-.Alerandrien gegründet und viele Jahre regieret haben ^soll, viele Christen, aus Begierde ein vollkommneres tr-ieben, als andere zu führen, sich in der Nachbar-schaft dieser Stadt auf das Land und in die Einsam-keit begeben, ihre Zeit daselbst mit Bethen , Be-trachtungen der Schrift und Handarbeiten zugebracht,und nicht eher, als nach dem Untergange der Sonne,Speise zu sich genommen hatten : so scheint dieseNachricht Glauben zu verdienen, und keine Erfin-dung eines Menschen zu seyn, der eben nicht sosehr gewissenhaft ist, daß er zur Ehre seines Ordensallezeit die Wahrheit sagen sollte. Diese Christensind alkm Anscheine nach Therapeuten gewesen;denn di? Lebensart, die ihnen Eassian zuschreibt, hatmit der Lebensart der Therapeuten eine sehr großeAehnli dccit. Allein eben daraus kann noch nicht mitGru' ..' gefolgert werden, daß das Einsiedlerlebeneine apostolische Erfindung sey. Es folget nur dar-aus, daß die Grundsäße, durch welche die Christenin den nachfolgenden Jahrhunderten zu einem sol-chen Leben bewogen worden sind, ein hohes Alterhaben.
Die Irrthümer dieser Secten wurden durch diegnostischen Weltweisen immer mehr und mehrfortgepflanzet, ausgebreitet und befestiget, als einigedie Wahrheiten des Christenthums nach den Trau-men der morgenländischen Philosophen umzubildenanfingen. Man braucht den Menschen nur obenhinju keimen, so muß man wissen, daß bey ihm sehr oft
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