Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
176
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,76 Geschichte der christlichen Religion.

daß sie Juden und zur Empörung geneigt wären:so entschloß sich der größte Theil der Christen, nach-dem ihr Bischof gestorben war, aus den bekehrten/K^. F>c-7. Hetzen sich ^nen Bischof zu erwählen und der über-' ^' triebenen Liebe gegen das mosaische Gesetz ganz zuentsagen. Man halc es für wahrscheinlich, daß umeben diese Zeit eine Trennung unter den bekehrtenJuden über diesen Entschluß entstanden sey. Mankann sehr wahrscheinlich aus dem Epiphaniusschließen, daß diejenigen, die damit unzufrieden wa-ren , sich lieber von den andern haben absondern,und in Pella und Peräa zurück bleiben, als der Be-obachtung des mosaischen Gesetzes völlig entsagenwollen. Vielleicht haben sie den Namen der Naza-räer von den Jüden erhalten, damit sie von denen,welche Christum nicht für den Erlöser der Welt er-t7«,».^/e^. kennen wollten, unterschieden werden könnten. Viel--5>,'o,«. leicht sind sie die Irrgläubigen, welche Clemens vonPV/. c. ,7. Alexandrien von dem Orte ihres Aufenthaltes pe-rariker nennt. In dem vierten und fünften Jahr-hunderte wurden diese Nazaraer bekannter, alssie in den ersten Zeiten des Christenthums waren.Vermuthlich ist dieses daher gekommen, daß die er-sten Nazaraer nur darinnen irrcten, daß sie die Be-obachtung des mosaischen Ceremonialgesetzes für ganznothwendig und unentbehrlich ansahen.

Was ihre Irrthümer in der Religion anbelan-get : so stimmen die Alten in der Erzählung dersel-den nicht miteinander überein. Es ist ihnen vonallen eine bis zum Aberglauben übertriebeneLiebe gegen das mosaische Ceremonialgesetz schuldgegeben worden. Nur bestimmen sie nicht zuver-lässig, wie ihre Lehre von Jesu Christo beschaffen

gewesen