Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
177
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Zweyter Abschnitt. -77

gewesen sey. Epiphanins bezeuget, daß er nicht /-e.wisse, ob die Nazaraer Christum für einen bloßenMenschen hielten, oder ob sie glaubten, daß er durchdie Kraft des heiligen Geistes wunderbarer Wei^eempfangen und gebohren worden sey. Hieronymus ^>: o»v^.und Augustinus scheinen das letzte von ihnen zu ,glauben. Tbeodsrerus hingegen nennt sie Juden, ^'"^ ^ ^welche Christum, als einen gerechten Menschen, ver- 77,',o!/</e,.ehreten. Was ihre Meynungen von der Norhwen-digkeit des mosaischen Ceremonialgesehes anbelai'gt: c.so ist man auch ungewiß, ob sie alle Verordnungendesselben, oder nur die vornehmsten, zum Exem-pel die Gesetze von der Beschneidung und vom Sab-bate, und ob sie dieselben bloß von den Juden, oderauch von allen andern Völkern haben beobachtet wis-sen wollen? Wer soll bey so ungewissen und einandersich widersprechenden Zeugnissen einen entscheidendenAusspruch thun? Sie lassen sich vergleichen; aberalles, was man sagen kann, ist doch nur wahr-scheinlich.

Es ist also wahrscheinlich, daß sie im Anfangeihrer Trennung von den übrigen Christen bloß in demIrrthume gewesen sind, daß die Jüden, wenn sieauch Christum für den Erlöser der Welt erkenncten,darum nicht von der Beobachtung des mosaischenGesetzes frey würden, gesetzt auch, daß die bekehrtenHeiden nicht so nothwendig dazu verbunden seynsollten. Dieses scheint vor ihrer Absonderung derIrrthum der ganzen hierosolymitanischen Gemeinegewesen zu seyn. Denn unter den unbekehrten- ^"/'""».den selbst giebt es einige, welche dafür halten, daßihr Messias dereinst den Heiden, die sich zu ihm be-kehren würden, weiter nichts, als die BeobachtungII- Theil. M der ,4.