Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
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.180 Geschichte der christlichen Religion.

um etwas zum Vortheile dessen, was er behauptete,herzuleiten. Also kann er hier nicht gehöret werden,und Eusedius, sein Bewunderer und Abschreiber,auch nicht. Die Ebioniren selbst gelten mit ihremZeugnisse noch weniger. Denn den Irrgläubigenist allezeit daran gelegen, ihren Ursprung so ehrwür-dig und alt zu machen, als sie nur können. Jedoches kömmt nichts darauf an, ob wir wissen, daß eseinen Ebion gegeben habe, oder nicht. Es ist ge-nug, wenn man aus dieser Anmerkung sieht, wieviel Witz die Gelehrten oft verschwenden, die Ge-schichte ungewiß zu machen.

Wir kommen zu den Lehren der Ebioniten.H>'/>/,"». Epiphanius vermengt sie mit den jAcesatten, undS-r?. Lo. leger ihnen mehr Irrthümer zur Last, als andere Ge-schichtschreiber der Kirche. Also wollen wir nur das-jenige anführen, was die ersten LLbioniren geglaubthaben sollen. Ihre Irrthümer betreffen theils un-0,-/5. /, p^. fern Erlöser, theils das mosaische Gesetz. Nach demeo«^-. <7e//I Zeugnisse des (Drigenes haben einige zwar seineGottheit geleugnet, aber doch seine wunderbare Em-pfängniß und Geburt eingestanden; andere hingegenhaben Jesum zwar für einen nach dem ordentlichenLaufe der Natur erzeugten Menschen, dennoch aberauch für den Messias gehalten. Sowohl die eineals die andere Partey hat die Auferstehung dessel-ben als eine gewisse und unleugbare Begebenheit an-genommen. Sie haben daher auch nicht allein densiebenten, sondern auch den ersten Tag in der Woche,jenen mit den Juden, weil Moses die Feyer dessel-bei, befohlen hatte, diesen mit den Christen zum Ge-dächtnisse des auserstandenen Heilandes, geseyert.So fest und unerlchütterc steht eine Wahrheit, auf

welcher