402 Geschichte der christlichen Religion.
selben, oder von den irrgläubigen Christen unter-nommen worden seyn. Ueberdiß mußten dieselbendie so eines solchen Verbrechens fähig gewesen wä^rcn, entweder in den Zeiten der Apostel, oder inden ersten drey Jahrhunderten versucht haben ; dennseit dem vierten Jahrhunderte ist alle Verfälschungder Offenbarung auf alle Weife ganz unmöglich ge-worden. Doch dieses ist zur völligen Bestimmungund Beantwortung der aufgeworfenen Frage nochnicht genug. Wenn die Schriften der Apostelnicht unverfälscht auf uns gekommen seyn sollten:so müßten diejenigen, welche sich eines solchen Fre-vels hätten schuldig machen wollen, nothwendig alleAbschriften verfälscht, oder doch alle richtige Ab-schriften vertilget haben. Es ist offenbar, daß eineVeränderung der Offenbarung des neuen Testamentsvon den Widersachern des christlichen Glaubens so-wohl zu den Zeiten der Apostel, als in den folgendenJahrhunderten unmöglich gewesen sey. Was wür-den sie nicht bey den Aposteln und bey den Bekenncrnihrer Lehre für einen Widerspruch gefunden haben?Der Augenschein selbst lehret es, daß weder die Ju-den noch die Heiden den geringsten Antheil an demje-nigen haben können, was in den apostolischen Schrif-ten enthalten ist. Die rechtgläubigen Christen hinge-gen konnten eben so wenig zu den Zeiten der Apostelals nachher einige Verfälschung der göttlichen Schrif-ten unternehmen. Es ist schon an sich selbst ganzohne alle Wahrscheinlichkeit, daß sie in den Ausfprü-chen der Lehrer, die sie für göttliche.Gesandten hiel-ten, die den ewigen Fluch über diejenigen ausgespro-chen hatten, welche zu dem von ihnen gepredigten Ev-angelio etwas hinzuthun oder etwas davon hinwegneh-men