Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
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404
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4^4 Geschichte der christlichen Religion.

gehalten werden sollte, wie solches im vierten Jahr-hunderte auf der laod!caensischen Kirchenversammlunggeschah : Was für Waffen der Lästerung für den Un-glauben ! Ein tVoolston kann die AuferstehungJesu Christi , der wenn er nicht Gott wäre, doch fürden besten und vollkommensten Menschen gehaltenwerden müßte, den Betrug eines Complors nennen,und diesen Namen giebt er seinen Jüngern, von wel-chen doch so unwidersprechliche Beweise der edelstenGesinnungen aufgewiesen werden können? Was wür-de dieser Feind des christlichen Glaubens über denSchluß einer solchen Versammlung gesagt haben?Die apostolischen Schriften hatten gewiß nicht nöthig,von Menschen für wahrhafte und göttliche Schriftenerkläret zu werden; sie erkläreten sich jelbst dafür. DasZeugniß der Kirche für sie kann uns zwar erbauen; eskann uns auch dasselbe in dem Glauben ihrer Gött-lichkeit bestarken ; man glaubt Wahrheiten, die manaus ihrer innerlichen Beschaffenheit dafür erkennt,stärker und lebendiger, wenn man sieht, daß andreweise und vernünftige Menschen eben das von uns ge-glaubt haben. Allein dieses Zeugniß kann einen sol-chen Glauben nicht gründen. Sollte nicht ein Jude,wenn er durch eine reife Ueberlegung der Offenbarungdes alten Bundes auf die Spuren ihres wahren undeigentlichen Verstandes gekommen wäre, und die gött-lichen Schriften des neuen Bundes läse, ohne vorheraus dem Zeugnisse der Kirche zu wissen, daß sie gött-lich wären, sollte er nicht von ihrer Göttlichkeit undvon der Wahrheit des christliche» Glaubens durch sichselbst allein überzeugt werden können ? Man kann ver-nünftiger Weise nicht daran zweifeln, man mag dasAnsehen der Kirche und ihres Zeugnisses auch noch sosehr erheben. Man