Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
410
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4IO Geschichte der christlichen Religion.

ten ihnen nur die Exemplare entgegen gesetzt werden,welche sie von ihren ersten Lehrern erhalten hatten.Das menschliche Zeugniß hat allerdings seine Rechte.Warum sollte man so vielen Lehrern, welche Zeitgenos-sen der Apostel waren, nicht auf ihr Wort glauben,daß diese oder jene Schriften, einen Matthäus, einenLucas, einen Paulus zu Urhebern hatten, wenn mankeine Ursache hat, sie für Betrüger zu halten ? Glaubtman doch den Zeitgenossen eines Cicero, eines Livius,eines SatustiuS, daß wir die wahren Werke dieser

F-M /. -5, Schriftsteller haben. Ein Ser^pisn nahm deswe-

c-gen die falschen und untergeschobenen Evangelia nichtan, weil er sie nicht von den Alten erhalten hatte.Jedoch ein solches Zeugniß kann wohl beweisen, daßdie apostolischen Schriften ächt sind ; aber sie gebennoch keinen Beweis ab, daß sie göttlich sind. Ja essetzt ein solches Zeugniß nicht einmal das erste gan;außer allem Zweifel, weil sich sonst viele von den er-sten Christen nicht die Freyheit genommen haben wür-den, an einigen apostolischen Schriften zu zweifeln./. ?. Man findet, daß über dem Briefe des Apostels

c. -j. JacobuS von vielen Christen in den ersten Jahrhun-hexten Zweifel aufgeworfen worden sind. Man hat

et-/io gar, ob gleich nicht durchgängig, geglaubt, daß erdiesem Apostel angedichtet worden sey. Mail kanndie eigentlichen Ursachen dieser Zweifel nicht bestim-men ; man muß sie errathen. Es ist nicht unwahr-scheinlich, daß diese Zweifel darüber entstanden sind,daß sich nicht allein Jacobus im Gruße dieses Brie-fes , nur einen Knecht Jesu Christi , und nicht einenApostel nennt, sondern daß auch, so wenig von dengeheimnißvollen Lehren des neuen Blindes darinnenvorkömmt. Die Christen waren es gewohnt, in al'