Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
412
Einzelbild herunterladen
 

412 Geschichte der christlichen Religion.

mm dieses Apostels angeführet, der Zeugnisse einesOrigenes und Tcrtullians nicht zu gedenken; da sichendlich diese Zweifel, die man wider ihn gemachthat,leicht auflösen, lassen : so können sie weder das apo-stolische noch das göttliche Ansehen dieses Briefesschwachen.

D,v/>m. /» Der zweyte petrinische Brief hat ein gleiches Schick-- /^-t,'. -» sal erfahren. Er ist von einigen für verfälscht, von/^^tt/^ ^ untergeschoben gehalten worden. Diese

/ ^ c ^ ^^le haben sich aufdie Verstitt'edenheit der Schreib-/^c.-s. art von der Schreibart des ersten Schreibens gegrün-det. Unter den Neuern giebt es einige, welche denGrund dieser ungünstigen Urtheile nicht gehörig an-greifen, wenn sie sagen, daß diese Verschiedenheit derSchreibart von den verschiedenen Dolmetschern her-rühre , welcher sich Petrus bedient haben soll; einVorgeben, das noch weit ungegründeter ist, als dieMeynung, daß in den beyden petrinischen Briefen ei-ne verschiedene Schreibart herrsche. Warum hättesich denn Petrus der Dolmetscher bedienen sollen, daer selbst die Gabe, fremde Sprachen zu reden und zuschreiben, besaß? Man sollte vielmehr sagen, daß dieSchreibart dieses zweyten Briefes darum der Schreib-art in dem ersten Schreiben nicht gleiche, weil Petrus den ersten inseinm muntern Jahren, den zweyten aberin seinem hohen Alter geschrieben habe. Aendert sichnicht unsre Schreibart mit unsern Jahren? Ist daswiedergefundene Paradies Mlltons diesem Dich-ter abzusprechen, weil man eine andere Schreibartdarinnen bemerket, als in seinem Verlornen Paradiese?Der heilige Geist, der die Männer Gottes treibt, än-dert weder ihre Schreibart, noch ihren Charakter; errichtet sich so gar nach ihrem Temperamente und ih-rem