Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
413
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Zweyter Abschnitt. 41z

rein Alter. Ueberdieß hat ja ein Schriftsteller oftverschiedene Schreibarten in seiner Gewalt? Es istnichts erhabners, als die evangelische Geschichte desApostels Johannes, und doch ist auch nichts ungekün-stelrers, nichts, wo man mehr die Sprache des Um-ganges und der Vertraulichkeit findet, als seine Brie-fe. Petrus muß den zweyten Brief geschrieben ha-ben ; denn er bezieht sich darinnen auf den ersten; ernennt sich einen Zeugen der Verklarung Jesu Christi ,und dieser Brief wird sehr deutlich in dem Briefe desApostels Judas angezogen. Dieser angeführten Zwei-fel ungeachtet, wurde er in die Sammlung der apo-stolischen Schriften aufgenommen, weil ihn viele Chri-sten nach dem Eustdlus oder vielmehr nach dem Gri-FttMciene? für nützlich ansahen. Nach und nach smdc,^-diese Zweifel verschwunden, und nur die Syrer zählenihn noch unter die apocryphischen Schriften.

Der Brief an die Ebraer ist eine der schönstenSchriften, welche der heilige Geist eingegeben hat.Sie hat einen so deutlichen Charakter der Gottheit,daß es schwer ist , ihn nicht für göttlich zu erkennen.Clemens von Nom kann ihn nicht geschrieben haben,weil er den Ebräern niemals das Evangelium verkün-diget hat; Barnabas kann eben so wenig sein Urheberseyn, weil er nie nach Italien gekommen ist. Mankann ihn dem Apostel Paulus nicht absprechen, weiler, als einer, der zu den Füßen Gamaliels gesessenhatte, unter allen Aposteln am fähigsten war, dieJuden von der Unnützlichkeit ihrer Ceremonien, undvon den darunter verborgnen Vorbildern zu überzeugen.Man kann aus dem Briefe selbst nicht ohne Zuverläs-sigkeit darthun, daß er noch vor der Zerstörung Je-rusalems geschrieben senn müsse. Der ganze Orient

hat