414 Geschichte der christliche!; Religion.
hat ihn nicht allein einmüthig für göttlich erkannt,sondern auch geglaubt, daß er den Apostel der Heidenzum Verfasser habe. Marcion ist in der lateinischenKirche der erste gewesen, der sich geivaget hat, ihnaus der Sammlung göttlicher Schriften zu verstoßen.Allein da er, seiner Irrthümer wegen, seine frevelhafte Hand auch an andre göttliche Schriften gelegethat: so darf man sich nicht darüber wundern. Dasaber verdient, untersucht zu werden, warum ihn dielateinische Kirche im dritten Jahrhunderte nicht fürc/e göttlich hat halten wollen. Ein einziger römischer/>?--?e/^-. Priester, Cajus, unter dem römischen Bischöfe, Ze-^- phyrin, war Ursache an dieser ungerechten und unge-gründeten Meynung. Man weis, daß im drittenJahrhunderte die Kirche wider den Irrthum derMontanisten streiten mußte, daß, wenn ein Menschnach seiner Bekehrung in Todsünden verfiele, keinezweyte Buße und wiederholte Aufnahme in die Ge-meinschaft der Kirche statt fände. Cajus, welcher ineiner Unterredung mit dem Proclus, einem Lehrer derMontanisten , die rechtgläubige Lehre der Kirche ver-theidigte, und die Möglichkeit, die Buße zu wieder-holen, behauptete, gab in seiner Vertheidigung demApostel Paulus nur dreyzehn Briefe, und ließ denBrief an die Ebräer aus der Sammlung der göttli-chen Schriften des neuen Bundes aus. Nichts istwahrscheinlicher, als daß solches geschehen sey, weildie berühmte Stelle dieses Briefes: ist unmöcplict), daß die, so einmal erleuchtet sind, wie^dermn zur Buße erneuert werden sollten, demIrrthume der Montanisten allzugünstig zu seyn schien.A»,. /M Nachher kamen die Novatiancr lind fuhren fort,c»,. -/«^V. mit dieser Stelle wider die Rechtgläubigen zu triuni-^ ^ phiren,