Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
417
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Zweyter Abschnitt. 417

sind. Was ist gewöhnlicher, als daß man in Brie-fen, wo man die Sprache der Vertraulichkeit undFreundschaft redet, seinen Namen ausläßt, undnichts von seiner Würde sagt?

Was die Offenbarung Johannis betrifft: so wur- ^«M.de sie im Anfange durchgangig für ein apostolisches ^ -s-und göttliches Buch gehalten. Justinuö, der Mär-tyrer, Jrenäus, und überhaupt alle Vertheidiger ei-nes tausendjährigen Reiches der Gläubigen aufdcr Er-de, ertheileten ihr das Ansehen, das sie verdient. Theo-philuS von Alerandrien bediente sich ihrer, die Irr-thümer eines gewissen Hermogenes zu widerlegen, undMclito, ein Bischof von Sardcn, schrieb darüber ei-ne Art der Auslegung. Man findet dasselbe von vie- 7e,,. i»len andern Kirchenvätern, des zweyten und dritten ^"'?-c>"-Jahrhundcrtes , von einem Tertullian , von einem ^' ^Origcnes, vom Clemens von Alexandrien, von einemCyprianus, von den römischen Bekennern unter dem 7.Decius, von dem FirmicuS MaternuS und von an-dern angeführet. So lange der Irrthum vom tausend- ^ ^jährigen Reiche in dem Ansehen einer göttlichen Wahr-heit ruhig und ungestört blieb : so- lange blieb auch ^die Offenbarung Johannis in ihrem Ansehen. Allein c.so bald man fand, daß dieser Irrthum wider andere ^»/. c.göttliche Wahrheiten stritte: so hatte die OffenbarungJohannis mit dem paulinischen Briefe an die Ebräergleiche Schicksale, weil einige Stellen auö derselbendem erwähnten Irrthume allzu günstig zu seyn schei-nen. Die Christen theilecen sich nunmehr in ihrenMeynungen über dieses Buch der heiligen Schrift.Cajus, der sich schon erkühnet hatte, wider die Gött-lichkeit des Briefes an die Ebräer zu urtheilen, ur-theilete nicht besser von der Offenbarung und wagte es

II. Theil. Dd so