Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
418
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4'8 Geschichte der christlichen Religion.

so gar, dieselbe, unZeachtetso viele Zeugnisse wider ihnwaren, dem Cerinthus zuzuschreiben. Je heftigerc. -8. das tausendjährige Reich im Oriente bestritten wurde,destomehr breitete sich das Vorurtheil wider diesesgöttliche Buch aus. Einige waren noch bescheidner,und hielten ihr Urtheil zurück; andere aber ließen sichdurch eine Meynung, die in der That mit keinen star-ken Gründenbcfestiget war, nicht von ihrer Ehrfurchtgegen die apostolische Schrift abbringen. Ein Dio-nnsiuö von Ale.randrien, der so nachdrücklich wider dieBekenner eines tausendjährigen Reiches stritte, sagtevon der Offenbarung, daß in der That einige dieselbeals eine cerinthische Erdichtung verworfen und wider-leget hätten; daß er aber sich nicht unterstünde, solcheszu thun, sondern vielmehr glaubte , daß es in denGeschichten, die darinnen erzählet würden, einen ver-borgnen und erhabnen Verstand gäbe, den er nichtbegriffe; daß er sie zwar für göttlich, aber nicht füreine johanneische Schrift hielte. Der Widerspruchwider dieselbe hörete, wie wir künftig sehen werden,noch in einigen Jahrhunderten nicht auf.

Man kann über die Erzählung der Schicksale,welche die göttlichen Schriften des neuen Bundes inden ersteil Zeiten der Kirche erfahren haben, verschie-dene Anmerkungen machen. Man kann den erstenZeiten des Christenthums keinen ungerechten Vorwurfmachen , als wenn man sie der Leichtgläubigkeit be-schuldigte. Sie ließen sich so wenig von Betrügernhintergehen, daß sie vielmehr zuweilen ihre Sorgfalt,sich keine falsche und menschliche Schriften für gött-liche aufdringen zu lassen, übertrieben, und sich dengeringsten Scharten eine göttliche Schrift verdächtigmachen ließen

Ferner

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