Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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422
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422 Geschichte der christlichen Religion.

ten, daß er sich bloß auf das Zeugniß des heiligenGeistes verließe, und nicht nöthig hätte, die Archiveder Welt durchzusehen. Die Originalschriften konn-ten nur so lange einen Beweis abgeben, daß gewisseSchriften ächt wären, als es Menschen gab, welchedie Handschriften der Verfasser gesehen hatten undihre Hand kannten. Denn so bald diese nicht mehrlebeten: so ward dieser Beweis ganz ungültig, weiler allezeit auf der Treue derer beruhet?, welche sichrühmeien, die Originalschriften zu besitzen. Darumzog eben JgnatiuS den heiligen Geist allen ArchivenVor.

Diese göttliche Offenbarung, unter welcher dieApostel nicht allein die Schriften des alten Bundes,sondern auch ihre eigenen Schriften begriffen, ist es,die den Glauben der Christen bestimmt; sie den Wegdes Heils lehret, und eine unerschöpfliche Quelle desRathes und des Trostes für sie ist. So lehret sievon sich selbst; so lehrete auch die erste Kirche davon.Eben deswegen wurde sie in den gottesdienstlichenVersammlungen öffentlich gelesen und erkläret; denn

^^"^^ der ganze Unterricht, den die ersten Lehrer der Chri-Unwissenden im Christenchume ertheileten,

i« ^o/, war nichts anders, als eine Erklärung der heiligenSchrift. Aus eben diesem Grunde wurden alle Chri-sten ermahnet, sie auch in ihren Hausern zu lesen undsich mit einer heiligen Betrachtung derselben so zu

57l-n./?oM, sagen zu nähren. Ihr habet, sagte Clemens in sei-

/>. /.cm ersten Briefe an dieCorinther, ihr habet die hei-, - ligen Schriften gelesen und ihr seyd wohl darinnen un-terrichtet. Ihr habet euch beflissen, über das WortGottes nachzudenken; behaltet also dasselbe in euremGedächtnisse, und erinnert euch oft daran. DieseEr-

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