Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
423
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Zweyter Abschnitt. 425

Mahnung beweist, daß zu des Clemens Zeiten und al-so im ersten christlichen Jahrhunderte alle Christendie heilige Schrift lasen. Iujtinus, der vornehm- /»/??'».lich durch das Lesen der heiligen Schrift zum Christen- ^ ^thume bekehret worden war, hatte die größte Ehrfurchtgegen sie. Diefe Ehrfurcht ist der eigentliche Charak- 'ter seiner Schriften : ich wünschte, sagte er, daß alleMenschen so gesmnet wären, als ich, und sich so festan das Wort Gottes hielten, daß sie nichts davontrennen könnte. Dieses Wort hat eine Majestät vordenen die Lasterhafteil zittern müssen, und eine Gna-de , welche denen Ruhe lind Trost wieder giebt, wel-che ihm gehorchen. Irenaus bezeugt in seinem Wer-ke wider die Irrgläubigen überall die tiefste Ehrfurchtund Unterwürfigkeit gegen die Aussprüche der Offen-barung , mit denen er fast alle Irrthümer widerlegt.Redet er von dem durch die Tradition empfangenenapostolischen Glauben, und von der Aegel derw.chrheit: so ist diese Tradition und diese Regelder Wahrheit nichts anders, als dis heilige Offen-barung. Die vier Evangelia sind bey ihm die Säu-len und Grundfesten der Wahrheit und der Kirche;besonders rühmet er solches von der johanneischen Ge-schichte unsers Erlösers, und sagt, daß durch dieselbedie Kirche befestiget worden sey. Er behauptet auf 5^». /. ^gut protestantisch, daß die prophetischen und evange- c- 4-^. 4/lischen Schriften von aller Welt verstanden werdenkönnen. Er setzt hinzu, daß die göttliche Offenba-rung vollkommen sey, weil sie das Wort und dcr hei-lige Geist eingegeben habe. Er zeiget, wie man dieheilige Schrift erklären und auslegen müsse; er giebtdie Vorschrift, das Schwere und Unverständli-che nach dem Leichtern und Verständlichern zu

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