Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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424 Geschichte der christlichen Religion.

erklären, sich dasjenige, was man verstehe zut7!uye zu machen, und das, was man nichcvöllig begreifen unv einsehen könne, Gott zuüberlassen. Wie groß ist der Stolz unserer Tage,in denen man so oft die Offenbarung bloß deswegennicht für göttlich annehmen will, weil sich hier und daeinige Dunkelheiten und Schwierigkeiten finden, ge-gen die Bescheidenheit, Demuth und Lehrbegierde/^«. 5,^ ersten apostolischen Kirche! Eben dieser große^'^' Lehrer sagt, daß es einem Christen eigen sey, indemSchooße der Kirche erzogen und durch die heiligeSchrift genähret zu werden. Weil die Ehrfurcht derersten Kirche gegen die Schrift,die Ueber^eugung,daß siealle zu unserer Seligkeit nöthige Wahrheiten enthielte,sehr groß war: sogiengmanoft soweit, und behaup-tete , daß die Heiden alle Wahrheiten, die mannoch unter ihnen fände, aus den heiligen Schrif-ten des alten Bundes, befonders aus den mosaischen,6/e,». entwandt hätten. Clemens von Alerandrien nannte^/c.v. /,j s^nem paedagogen das N?ort Gottes die^ Gesundheit unserer Seele. Moses ist, wie ersagt, unser erster Lehrmeister geweseil ; dann sind esdie Propheten geworden ; dann hat uns Gott seinen/S/^. Sohn gegeben, daß wir ihn hören sollten. Er be-/.F. c-s..Hauptete, daß dieser göttliche Lehrmeister, die heiligeSchrift nämlich , den Menschen allerley Unterricht,Beyspiele und Parabeln gebe, sie vom Bösen abzu-ziehen und zum Guten anzuführen. Er begegnetedem Einwürfe, daß nicht alle Menschen die in derheiligen Schrift enthaltene göttliche Weisheit fassenkönnten, weil sie nicht alle lesen gelcrnet hätten , mitder Antwort, daß alle die heilige Schrift könnten le-senhören, wofern sie nicht von allen gelesen werden

könn-