Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
426
Einzelbild herunterladen
 

426 Geschichte der christlichen Religion.

die göttlichen Schriften zu Zeugen: Denn ohne einsolches Zeugniß sind unsere Sarze und was wirvortragen, nicht glaubwürdig. Erjagte, daßb-v- es die größte Quaal und Strafe der Teufel wäre,wenn sie sahen, daß die Menschen das Wort Gottesläsen und sich ernstlich bestrebccen, das göttliche Gesetzund die Geheimnisse der Schrift zu verstehen, und^zwar aus der Ursache, weil dadurch die Menschen vonder Finsterniß und Unwissenheit in Absicht auf Gott und die Religion bcfreyet würden, aufweiche, von ih-nen selbst in die Welt gebrachte Uebel, sich ihr Reichstüßete. Er wollte, daß wir die heilige Schrift lesensollten, wenn wir gleich manches darinnen fänden,?tt das wir nicht verstünden. Man nimmt, spricht er,^ Speise und gebraucht Arztney. Ob gleich die guteWirkung davon nicht so gleich empfunden wird : soerwartet man sie doch. So ist es auch mit der gött-lichen Offenbarung beschaffen. Spüret man nichtgleich bey ihrer Lesung einen herrlichen Nutzen: so nützetsie unserer Seele dennoch, stärket unsere tugendhaftenGesinnungen und entkräftet die Lasterhaften. Wir sa-gen dieses nicht zur Entschuldigung der heiligen Schrift,sondern bloß in der Absicht zu zeigen, daß darinneneine Kraft sey, welche für den, der sie liest, auch oh-ne Erklärung zureicht. Wie viele Zeugnisse könntennicht zum Beweise der Wahrheit, daß die christlichenLehrer der ersten Kirche die heilige Schrift für den ein-zigen richtigen Wegweiser gehalten haben , aus demTertullian, DionysiuS von Alexandrien, Cyprian und andern Kirchenvätern gesammlet werden, wenndie schon angeführten Zeugnisse nicht dazu hinlänglichwaren!

Man