Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
429
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Zweyter Abschnitt« 429

wurden. Die catechetische Schule in Alerandrien,deren Stiftung man so gar dem Evangelisten MarcuSzuschreiben will, ist bekannt. Man fieng auch sehrbald an, die Offenbarung schriftlich zu erklären. Manhält den panränus auö dem zweyten Jahrhundertefür den ersten, der die heilige Offenbarung schriftlichallsgelegt haben soll. Allein die göttliche Vorsehung .hat nicht gewollt, daß seine Arbeit bis auf unsere Zei-ten gebracht werden sollte. Die Hypocypolen desClemens von Alerandrien, die vornehmlich in Ausle-gungen der heiligen Schrift bestanden haben, die Er-klärung der Offenbarung vom Justin, dem Märtyrer,die Erläuterungeil der vier Evangelisten vom Theo-philuö aus Alexandrien haben ein gleiches Schicksalerfahren. Es ist aus dem zweyten Jahrhundertenur die Harmonie der Evangelisten vom Tatian übriggeblieben. Die Arbeiten eines (Drigenes über diebeilige Schrift können nur demjenigen unbekannt seyn,der in der Geschichte der Religion ganz ein Fremd-ling ist.

Unter die unglücklichen Schicksale, welche die gött- ^o/5./,//?.liche Offenbarung unter den Christen der ersten dreyJahrhunderte erfahren hat, gehöret vornehmlich die^-^'^'verderbliche Gewohnheit, außer dem deutlichen und^'buchstäblichen Verstände ihrer Aussprüche noch einengeheimen und verborgenen Verstand in derselben zusuchen. Diese Gewohnheit hatten schon die Jüden,besonders die Essaer, und die Heiden angenommen,von denen die lehtern die ungereimten Fabeln von ih-ren Göttern durch diese Art der Auslegung vernünftigmachen wollten. Sie wurde theils von den Juden,theils von den Heiden, welche die christliche Religionannahmen, beybehalten , und aus mehr als einer Ur-sache